Wer im Frühling durch blühende Obstplantagen spaziert, hört es weniger summen als noch vor Jahren. Die Windschutzscheibe bleibt auch nach langen Sommerfahrten merkwürdig sauber. Diese stillen Beobachtungen sind mehr als Anekdoten – sie dokumentieren einen messbaren Rückgang unserer Insektenwelt. Und dieser Rückgang hat konkrete Auswirkungen auf etwas, das uns alle betrifft: unsere Ernährung.
Die Fakten: Ein stiller, aber messbarer Rückgang
Die sogenannte Krefelder Studie markierte 2017 einen Wendepunkt in der öffentlichen Wahrnehmung. Ehrenamtliche Insektenkundler hatten über 27 Jahre hinweg in deutschen Naturschutzgebieten Fluginsekten gefangen und gewogen. Das Ergebnis: 76 Prozent weniger Biomasse zwischen 1989 und 2016. Die Studie wurde von Wissenschaftlern der Universität Nijmegen geprüft und bestätigt.
Weitere Studien untermauern diesen Trend:
- In bayerischen Untersuchungen ging die Insektenbiomasse um zwei Drittel zurück, wobei Wälder mit 40 Prozent glimpflicher davonkamen als offene Landschaften
- Im Vereinigten Königreich schrumpfte die Schmetterlingspopulation seit 1976 um etwa die Hälfte
- In Nordamerika gingen die Bestände des Monarchfalters in 30 Jahren um 80 Prozent zurück
- In den Niederlanden sanken Köcherfliegenpopulationen zwischen 2006 und 2016 um 60 Prozent
Laut der deutschen Roten Liste gelten 42 Prozent aller bewerteten Insektenarten als bestandsgefährdet, extrem selten oder bereits ausgestorben. Bei den Wildbienen ist jede achte Art in Europa vom Aussterben bedroht.
Die Wissenschaft ist sich einig: Der Rückgang ist real, messbar und betrifft nicht nur einzelne Regionen, sondern stellt ein globales Phänomen dar.
Die Hauptursachen: Ein komplexes Zusammenspiel
Das Insektensterben hat keine einzelne Ursache, sondern entsteht durch ein Bündel menschlicher Einflüsse. Eine Metaanalyse der Binghamton University identifizierte über 500 Einflussfaktoren:
Intensive Landwirtschaft (knapp 50 Prozent):
- Monokulturen bieten weder Nahrung noch Lebensraum
- Pestizide, besonders Neonicotinoide, wirken direkt tödlich oder beeinträchtigen Orientierung und Fortpflanzung
- Herbizide wie Glyphosat vernichten Ackerwildkräuter, die Nahrungsgrundlage vieler Insekten
- Überdüngung führt zu Nährstoffüberschuss, der blütenreiche Pflanzen verdrängt
Lebensraumverlust (etwa 20-25 Prozent):
- Versiegelung durch Siedlungs- und Straßenbau
- Verlust von Kleinstrukturen (Hecken, Feldraine, Brachen)
- Entwaldung und Veränderung von Feuchtgebieten
Weitere Faktoren:
- Biologische Faktoren wie eingeschleppte Arten (16 Prozent)
- Klimawandel (5-6 Prozent, mit steigender Tendenz)
- Lichtverschmutzung (besonders für nachtaktive Arten)
Bestäubung: Die unverzichtbare Dienstleistung
Hier wird es für unsere Ernährung konkret. Etwa 35 Prozent der globalen Nahrungspflanzenproduktion hängt in irgendeiner Form von der Bestäubung durch Tiere ab. Rund 75 bis 80 Prozent aller Blütenpflanzen weltweit sind auf Insektenbestäubung angewiesen oder profitieren erheblich davon.
Eine umfassende globale Analyse zeigt: Etwa die Hälfte aller Blütenpflanzen – rund 175.000 Arten – würde ohne Bestäuber einen Rückgang der Samenproduktion um 80 Prozent erleiden. Ein Drittel aller Arten könnte sich ohne tierische Helfer gar nicht mehr vermehren.
Der wirtschaftliche Wert der globalen Bestäubungsleistung wird auf 235 bis 577 Milliarden US-Dollar jährlich geschätzt. Für Deutschland allein liegt dieser Wert bei etwa 2,5 bis 4 Milliarden Euro pro Jahr.
Welche Pflanzen sind betroffen?
Stark bis vollständig abhängig von Insektenbestäubung:
Obst:
- Äpfel, Birnen, Kirschen, Pflaumen, Pfirsiche, Aprikosen
- Erdbeeren, Himbeeren, Brombeeren, Heidelbeeren, Stachelbeeren
- Melonen, Wassermelonen
Nüsse:
- Mandeln (zu 100 Prozent abhängig), Cashews, Haselnüsse
Gemüse:
- Kürbisse, Zucchini, Gurken
- Tomaten (höhere Erträge mit Hummelbestäubung)
- Auberginen, Paprika
- Bohnen
Genussmittel:
- Kaffee (bis zu 50 Prozent höherer Ertrag mit Bestäubung)
- Kakao (90 Prozent Ertragseinbußen ohne Bestäuber)
- Vanille
Ölpflanzen:
- Raps, Sonnenblumen
Futterpflanzen:
- Klee, Luzerne (für Viehfutter – daher indirekt auch Fleisch- und Milchproduktion betroffen!)
Eine Studie an über 1.500 landwirtschaftlich genutzten Feldern auf sechs Kontinenten ergab, dass ein bis zwei Drittel der Betriebe bereits jetzt Felder haben, die aufgrund von Bestäubermangel nicht den gewünschten Ertrag erzielen.
Wenig oder nicht abhängig:
- Getreide (Weizen, Reis, Mais, Roggen, Gerste, Hafer) – windbestäubt
- Kartoffeln
- Die meisten Kohlarten
- Salat
- Bananen (vegetative Vermehrung)
Was würde bei weiterem Rückgang passieren?
Szenario: Deutlicher Rückgang der Bestäuber
Bei einem deutlichen Rückgang – nicht einmal vollständigem Ausfall – der Bestäuber würden sich folgende Effekte zeigen:
Obst und Gemüse:
- Drastisch sinkende Erträge bei den oben genannten Kulturen
- Qualitätsverluste (kleinere, missgebildete Früchte)
- Stark steigende Preise aufgrund von Knappheit
- Reduzierte Verfügbarkeit in Supermärkten
Indirekte Folgen über Futterpflanzen:
- Klee und Luzerne, wichtige Futterpflanzen für Wiederkäuer, sind auf Bestäubung angewiesen
- Ohne Bestäubung können sie sich nicht vermehren und Samen bilden
- Futtermittelknappheit würde Fleisch- und Milchpreise in die Höhe treiben
- Butter, Käse, Joghurt würden teurer
Ernährungsqualität:
- Weiterhin ausreichend Kohlenhydrate (Getreide, Kartoffeln, Reis)
- Aber: Drastisch reduzierte Vielfalt
- Mangel an Vitaminen (besonders Vitamin C aus Obst)
- Fehlende Antioxidantien aus Beeren
- Reduzierte Verfügbarkeit gesunder Fette aus Nüssen
- Risiko von Mangelernährung trotz ausreichender Kalorienzufuhr
Wirtschaftliche Folgen:
Eine Studie der Universität Hohenheim simulierte einen hypothetischen Totalausfall aller Bestäuber für Deutschland. Das Ergebnis: Ein Verlust von 3,8 Milliarden Euro jährlich allein durch die Konsumentenseite – und das ist eine konservative Schätzung, die nur die direkten Ertragsausfälle berücksichtigt.
Betroffene Wirtschaftszweige:
- Obstbau (65 Prozent des Produktionswertes abhängig von Bestäubung)
- Gemüsebau (ähnlich hohe Abhängigkeit)
- Imkerei
- Lebensmittelindustrie
- Gastronomie
- Handel und Logistik
Die Illusion der manuellen Bestäubung
In manchen Regionen Chinas, wo Bienen durch massiven Pestizideinsatz weitgehend verschwunden sind, werden Obstbäume bereits per Hand bestäubt. Arbeiter klettern mit Pinseln auf die Bäume, sammeln Pollen und übertragen ihn von Blüte zu Blüte.
Die ernüchternde Realität:
- Ein Arbeiter schafft in acht Stunden etwa 30 bis 40 Bäume
- Ein Bienenvolk bestäubt bis zu 3 Millionen Blüten pro Tag
- Kosten: Ein Arbeiter kostet 50 bis 100 Euro pro Tag, ein Bienenvolk arbeitet “kostenlos”
- Effizienz: Eine Biene leistet mehr als tausend Menschen
Für die industrielle Landwirtschaft moderner Gesellschaften ist manuelle Bestäubung wirtschaftlich völlig unrealistisch. Deutschland müsste während der Blütezeit Millionen zusätzliche Arbeitskräfte mobilisieren – organisatorisch und finanziell unmöglich.
Technologische “Lösungen” und ihre Grenzen
Immer wieder werden Bestäubungsdrohnen als Zukunftslösung ins Spiel gebracht. Die Realität sieht anders aus:
Bestäubungsdrohnen:
- Kosten: Mindestens 1.000 Euro pro Stück
- Eine Drohne schafft vielleicht 100 Blüten pro Tag (eine Biene: 5.000)
- Man bräuchte Millionen von Drohnen
- Wetteranfällig, wartungsintensiv, begrenzte Akkulaufzeit
- Ein Bienenvolk (50.000 Bienen) würde rechnerisch 50 Millionen Euro an Drohnen entsprechen
Gentechnisch veränderte selbstbestäubende Sorten:
- Jahrzehnte Forschung nötig
- Funktioniert nicht bei allen Pflanzen
- Genetische Verarmung ohne Kreuzbestäubung
- Resistenzverluste gegen Krankheiten
- Selbst bei Erfolg: viel zu spät
Die ökologischen Kaskadeneffekte
Insekten sind mehr als Bestäuber – sie sind Grundpfeiler funktionierender Ökosysteme.
Als Nahrungsgrundlage:
- Etwa 60 bis 70 Prozent aller heimischen Vogelarten ernähren sich hauptsächlich von Insekten oder füttern ihre Jungen damit
- Süßwasserfische sind überwiegend Insektenfresser
- Amphibien (Frösche, Kröten) ernähren sich fast ausschließlich von Insekten
- Fledermäuse, Igel, Spitzmäuse sind auf Insekten angewiesen
Ohne Insekten bricht diese Nahrungskette zusammen. Weniger Vögel bedeuten weniger natürliche Schädlingskontrolle, was wiederum zu mehr Schadinsekten führt – ein Teufelskreis.
Zersetzung und Nährstoffkreislauf:
- Käfer, Fliegen, Ameisen zersetzen Kadaver und Pflanzenreste
- Mistkäfer beseitigen Dung (historisches Beispiel: Australien musste europäische Mistkäfer einführen, um Rinderdung zu bewältigen)
- Ohne diese Zersetzer verarmen Böden, Nährstoffkreisläufe brechen zusammen
- Pflanzenwachstum leidet langfristig
Soziale und politische Dimensionen
Der Rückgang der Insektenbestäubung hätte soziale Folgen, die über biologische oder ökonomische Aspekte hinausgehen:
Ernährungsgerechtigkeit:
- Teurere Lebensmittel treffen ärmere Haushalte überproportional
- Obst und Gemüse würden zu Luxusgütern
- Mangelernährung würde zunehmen, besonders bei Kindern
- Gesundheitssysteme wären durch ernährungsbedingte Krankheiten belastet
Globale Ungleichheit:
- Reiche Länder könnten sich teure Alternativen oder Importe leisten
- Entwicklungsländer hätten keine Ressourcen für technische Lösungen
- Hunger und Armut würden in betroffenen Regionen zunehmen
- Migrationsdruck würde steigen
Ein Alltag ohne ausreichend Bestäuber
Der Frühstückstisch:
Weiterhin verfügbar (wenn auch teurer):
- Brot, Brötchen (Getreide)
- Butter und Käse (sehr teuer)
- Eier (teuer)
- Kaffee (falls überhaupt, dann Luxusgut)
- Banane
Kaum noch oder gar nicht verfügbar:
- Marmelade (kein Obst)
- Honig (keine Bienen)
- Nuss-Nougat-Creme (kaum Haselnüsse und Kakao)
- Obstsäfte
- Müsli mit Beeren
Das Supermarktregal:
- Obstabteilung: 70 bis 90 Prozent weniger Auswahl
- Gemüseabteilung: 40 bis 60 Prozent Lücken
- Süßwarenabteilung: Schokolade extrem teuer und knapp
- Tiefkühl-Obst/-Gemüse: weitgehend leer
Was können wir tun? Realistische Gegenmaßnahmen
Die gute Nachricht: Insektenpopulationen können sich bei günstigen Bedingungen erstaunlich schnell erholen. Folgende Maßnahmen sind wissenschaftlich belegt wirksam:
Politische und landwirtschaftliche Ebene:
Sofortmaßnahmen:
- Verbot oder strikte Regulierung besonders schädlicher Pestizide (Neonicotinoide sind bereits teilweise verboten, weitere müssen folgen)
- Verpflichtende Anlage von Blühstreifen und Brachen (mindestens 7 bis 10 Prozent der Betriebsfläche)
- Förderung kleinstrukturierter Landschaften mit Hecken, Feldrainen, Randstreifen
Mittelfristig:
- Reform der EU-Agrarsubventionen: Kopplung an ökologische Leistungen statt reine Flächenförderung
- Ausbau des ökologischen Landbaus
- Reduzierung von Lichtverschmutzung
- Schutz und Vernetzung von Naturschutzgebieten
Was jeder Einzelne tun kann:
Im Garten und auf dem Balkon:
- Heimische, ungefüllte Blütenpflanzen von März bis Oktober
- “Wilde Ecken” mit Totholz, Laub, offenen Bodenstellen
- Kompletter Verzicht auf Pestizide
- Wasserstellen anlegen
- Nist hilfen (Insektenhotels, Sandareale für bodennistende Arten)
Beim Einkauf:
- Biologisch erzeugte Lebensmittel bevorzugen
- Regional und saisonal kaufen
- Lebensmittelverschwendung vermeiden
Politisch:
- Unterstützung von Naturschutzorganisationen
- Teilnahme an Petitionen und Volksbegehren zum Insektenschutz
- Wahlentscheidungen nach ökologischen Kriterien
Fazit: Handeln ist möglich und nötig
Das Insektensterben ist real, messbar und hat konkrete Auswirkungen auf unsere Ernährung. Die Vorstellung einer Welt ganz ohne Insekten ist zwar unrealistisch – aber ein weiterer Rückgang hätte ernste Folgen:
- Drastisch reduzierte Verfügbarkeit von Obst, Gemüse, Nüssen
- Stark steigende Preise für diese Lebensmittel
- Indirekte Verteuerung von Fleisch und Milchprodukten
- Erhebliche volkswirtschaftliche Kosten
- Gesundheitliche Folgen durch einseitigere Ernährung
- Zusammenbruch ökologischer Zusammenhänge
Wichtig: Wir reden nicht von Science-Fiction oder fernen Szenarien. Die Auswirkungen sind bereits jetzt in Teilen der Welt sichtbar (manuelle Bestäubung in China) und wissenschaftlich dokumentiert.
Gleichzeitig gibt es Hoffnung: Insekten vermehren sich schnell, und mit konsequenten Schutzmaßnahmen können sich Populationen erholen. Studien zeigen, dass schon kleinräumige Verbesserungen (Blühstreifen, Pestizidverzicht) messbare positive Effekte haben.
Die Zeit zu handeln ist jetzt. Nicht aus Naturromantik, sondern aus pragmatischem Eigeninteresse: Wir schützen damit die Grundlagen unserer eigenen Ernährung.
Quellen und wissenschaftliche Grundlagen
Dieser Artikel basiert auf aktueller Forschung zum Insektensterben und seinen Folgen:
Grundlegende Studien zum Insektenrückgang:
- Hallmann, C. A. et al. (2017): “More than 75 percent decline over 27 years in total flying insect biomass in protected areas”. In: PLOS ONE 12(10). – Die wegweisende Krefelder Studie.
- Seibold, S. et al. (2019): “Arthropod decline in grasslands and forests is associated with landscape-level drivers”. In: Nature 574, S. 671-674. – Großstudie aus Bayern.
- Sánchez-Bayo, F. & Wyckhuys, K. A. G. (2019): “Worldwide decline of the entomofauna: A review of its drivers”. In: Biological Conservation 232, S. 8-27. – Globale Metaanalyse.
Rote Listen und Gefährdung:
- Ssymank, A. et al. (2011): “Rote Liste und Gesamtartenliste der Schwebfliegen (Diptera: Syrphidae) Deutschlands”. In: Naturschutz und Biologische Vielfalt 70(3). – Gefährdungseinstufungen für Deutschland.
- Rote-Liste-Zentrum (2025): Aktuelle Gefährdungseinstufungen deutscher Insektenarten. Online: www.rote-liste-zentrum.de
Bestäubung und Landwirtschaft:
- IPBES (2016): The assessment report of the Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services on pollinators, pollination and food production. Bonn. – Weltweit umfassendste Bestandsaufnahme zu Bestäubern.
- Rader, R. et al. (2016): “Non-bee insects are important contributors to global crop pollination”. In: Proceedings of the National Academy of Sciences 113(1), S. 146-151. – Zur Rolle von Nicht-Bienen-Bestäubern.
- Reilly, J. R. et al. (2020): “Crop production in the USA is frequently limited by a lack of pollinators”. In: Proceedings of the Royal Society B 287(1931). – Studie zu Bestäuberlimitierung auf über 1.500 Feldern.
- Aizen, M. A. et al. (2009): “How much does agriculture depend on pollinators? Lessons from long-term trends in crop production”. In: Annals of Botany 103(9), S. 1579-1588.
- Klein, A.-M. et al. (2007): “Importance of pollinators in changing landscapes for world crops”. In: Proceedings of the Royal Society B 274, S. 303-313.
Abhängigkeit von Pflanzen:
- Rodger, J. G. et al. (2021): “Widespread vulnerability of flowering plant seed production to pollinator declines”. In: Science Advances 7(42). – Globale Analyse zur Bestäuberabhängigkeit von 175.000 Pflanzenarten.
Wirtschaftliche Bewertung:
- Feuerbacher, A. et al. (2021): “The value of pollinators to agricultural production in Germany: An economic approach”. In: Environmental Research Letters. – Studie der Universität Hohenheim zu volkswirtschaftlichen Verlusten.
- Gallai, N. et al. (2009): “Economic valuation of the vulnerability of world agriculture confronted with pollinator decline”. In: Ecological Economics 68(3), S. 810-821. – Globale wirtschaftliche Bewertung.
Ursachen des Insektensterbens:
- Wagner, D. L. et al. (2021): “Insect decline in the Anthropocene: Death by a thousand cuts”. In: Proceedings of the National Academy of Sciences 118(2). – Metaanalyse zu über 500 Einflussfaktoren.
- Goulson, D. et al. (2015): “Bee declines driven by combined stress from parasites, pesticides, and lack of flowers”. In: Science 347(6229).
- Hallmann, C. A. et al. (2014): “Declines in insectivorous birds are associated with high neonicotinoid concentrations”. In: Nature 511, S. 341-343.
Praktische Studien und Gegenmaßnahmen:
- Garibaldi, L. A. et al. (2014): “From research to action: enhancing crop yield through wild pollinators”. In: Frontiers in Ecology and the Environment 12(8), S. 439-447.
- Kleijn, D. et al. (2015): “Delivery of crop pollination services is an insufficient argument for wild pollinator conservation”. In: Nature Communications 6.
Deutschsprachige Übersichtsartikel und Informationsquellen:
- Bundesamt für Naturschutz (BfN): Insektenrückgang – Ursachen und Gegenmaßnahmen. Online verfügbar.
- NABU Deutschland: Intensive Landwirtschaft ist Hauptgrund für Insektensterben. Online verfügbar unter: www.nabu.de
- Heinrich-Böll-Stiftung & BUND (2020): Insektenatlas 2020. – Fakten und Zusammenhänge zu Nützlingen in der Landwirtschaft.
- Bundesinformationszentrum Landwirtschaft: Insektensterben in Deutschland – Ursachen und Folgen. Online: www.landwirtschaft.de
- Naturefund e.V.: Insektensterben – Ursachen und Hintergründe. Online verfügbar.
Manuelle Bestäubung:
- Partap, U. & Tang, Y. (2012): “The human pollinators of fruit crops in Maoxian County, Sichuan, China”. In: Mountain Research and Development 32(2), S. 176-186. – Dokumentation der manuellen Bestäubung in China.
